Die Gorman Story

Viele haben es bestimmt am Rande mitbekommen. Wir suchten für Gorman einen Sponsor.

Einen Sponsor der Ihr das Gehalt finanziert. Den haben wir auch gefunden…
Nachdem einige Private Spender gerne einen Teil finanzierten, stellte uns die Firma OrthoTec in Lindlar eine dauerhafte Finanzierung in Aussicht. Das Versprechen nahmen wir gerne an…
…und was soll ich persönlich dazu sagen, ausser DANKE – es war mir (Micha) eine persönliche Herzensangelegenheit.

Die Firma OrthoTec aus Lindlar sponsored jeden Monat 110 USD für das Gehalt, und die Sprachschule für Gorman.
Wir überweisen immer für 6 Monate an den Dachverein Hope for Home, welcher das Projekt His Safe Haven verwaltet.

Nun wer die Story um die Waschmaschine, Ihre lange Reise und dem Heim für Behinderte Kinder in Liberia nicht kennt, der kann hier nochmal kurz nachlesen:

Alles fing mit dieser Waschmaschine an, welche wir im Januar 2020 verschnürt auf einen Anhänger mit dem Lada Niva von Köln nach Monrovia gebracht haben. Allein das war schon ein Abenteuer der besonderen Art.

Die Todeszone – Der verminte Grenzstreifen zwischen Westsahara und Mauretanien


Also auf Null…noch ist es Dezember 2019, und Stephan und Michael sind in den absoluten letzten Reisevorbereitungen. OK ehrlich, Stephan macht Chaos, und Michael räumt auf, und muss die Größenwahnsinnigen Ideen auf eine Machbarkeit herunter brechen…
Spielraum gibt es da nicht viel, neben vielen gespendeten Hilfsgütern, Lebensmitteln, einem Stromgenerator, einem Solardörrautomaten, Offroadbereifung, Dachzelt, Kleidung, zahllosen Giveaways, steht da diese riesige Wanne, aka Waschmaschine….

Das Kaufland in Gummersbach spendete uns allerlei Lebensmittel.

Alles soll mit…und während Stephan seinen ärztlichen Bereitschaftsdienst vertrödelt, darf Michael hier alles in den Schubkarren ähnlichen Anhänger und in bzw. auf den Lada packen…

Kurzerhand wurde das Dachzelt noch eine Etage höher gelegt, und eine Holzkonstruktion gebaut… Der Neugewonnene Stauraum wurde auch dringend benötigt.

Gut das zwischendurch Markus unser Kassenwart vorbeischaute und Verpflegung, sowie seine helfenden Hände mitbrachte…

…irgendwann am Abend erschien auch Stephan vom Dienst und Staunte nicht schlecht, dass bereits alles verladen war. Jedoch…
…ja – wie sollte es auch anders sein…schleppte er weitere Kisten an, und meinte dass diese auch noch mit müssten…

Es wurde nicht weniger an Kartons….

Das Auto, bereits voll, und tiefergelegt…
Aber was soll ich sagen…platz zum sitzen brauchen wir für die nächsten 9000km nur minimal, also lösten wir das Problem unbürokratisch. Wer braucht schon Beinfreiheit…vollkommen überbewertet.

Fertig und Müde, mit eingefrorenen Fingern….

Diese Wanne auf dem viel zu kleinen Anhänger war unterwegs stets eine Attraktion, und die Erklärung in Sprachen, welche wir nicht sprachen, mit Hand und Fuß waren stets eine amüsante Situation und eine gute Abwechslung zum Fahreralltag.

An jeder Grenze das selbe Spektakel, sodass wir später schon recht geübt darin waren, das unbekannte Gerät zu erklären.

An jeder Grenze durften wir nahezu das ganze Auto zerlegen, auspacken und alles erklären…

Wochen später standen wir endlich vor der Grenze nach Liberia. Und der Zollbeamte staunte nicht schlecht, dass wir so Irre waren, bis hier hin mit dem Auto zu fahren.
Die Ernüchterung folgte ziemlich zügig…er wollte alles verzollen, und in Liberia werden gerne mal 100% Einfuhrsteuer erhoben. Unser stetiges beteuern dass dies nur Sachen für eine NGO und für den guten Zweck wären, halfen nicht wirklich. Damit haben wir zunächst nicht gerechnet und machte uns nun erstmal sitzend und schwitzend in einer Buschhütte richtig Unmut.

In 500m erreichen Sie den Grenzübergang nach Liberia…

Nach ein paar Telefonaten, beschloss der Grenzer erstmal die ganzen Sachen zu begutachten, also packten wir das gesamte Auto aus…
…was dann folgte war irgendwie noch ernüchternder, denn der Grenzer sagte, die Sachen wären alle Wertlos …
Wertlos…??? Ehrlich??? Wir düsen jetzt Wochenlang mit dem Gerümpel durch Wüste und Busch, und dann kommt dieses Wort „Wertlos“.
Nunja wir konnten aber alles wieder einladen und einreisen, wenigstens ein Sieg in dieser Richtung.

Soweit so gut…
…ausführlicher über die Reise kann man hier nachlesen.

Das erste Ziel für die Waschmaschine war eine junge Frau in Monrovia. Sie wollte und sollte ein Micro Business starten und einen Wäscheservice aufbauen.

Die erst Montage…

Dafür wurde ein Haus gebaut, damit die Waschmaschine sicher steht, und eine richtiger Shop entstehen kann.

Der eigens geschaffene Raum um die Waschmaschine sicher aufzubewahren. (Natürlich war der Raum noch nicht fertig als wir eintrafen.)

Leider lief das Geschäft nicht an, die Leute in der Stadt zweifelten an einer Waschmaschine ohne Strom im Handbetrieb…wenn die denn mit Strom laufen würde, nur dann würde die Wäsche auch sauber werden. (Und das, obwohl so gut wie niemand über einen Stromanschluss verfügt, und jeder dort seine Wäsche von Hand in einem schmutzigen Bach baden läßt)
Wir waren echt enttäuscht, soviel Aufwand und so ein schlechtes Resultat. Und dabei war das Produkt super, saubere Wäsche und ein tragbarer Aufwand, ausgebremst von komischen Vorurteilen.

Ein übliches Bild in West Afrika

Aber wir haben eines gelernt – Projekte und Ideen vor Ort verlaufen meistens vollkommen anders, als gedacht. Und selbst nach einer Niederlage, darf man in der Entwicklungshilfe nicht aufgeben.

Dann fiel uns spontan Don Riley und die Einrichtung „His Safe Haven“ ein, welche wir ebenfalls im Januar 2020 kennenlernten. Die Einrichtung nimmt Behinderte Kinder auf, und unterstützt diese auf allen erdenklichen Ebenen, von Physio, Ergo, Schule und allem anderem.

His Safe Haven steht „Happiness“ ganz oben…

Die Einrichtung trägt sich vollkommen selber, vom wohnen bis zum kochen, alles wir „in house“ erledigt.
Die Wäsche wurde bisher traditionell von Hand im Fluss gewaschen. Und Wäsche fällt dort ohne Ende an….
Don Riley kümmert sich auch Erwachsene mit Behinderung, und versucht Ihnen mit Jobs, oder Bildung weiterzuhelfen.

So z.B. für Gorman und Ihrem Mann, welcher auf dem gesicherten Gelände für Ordnung sorgt.
Er sammelt Müll und Unrat ein, zupft Unkraut, fegt die Plätze und hält alles Picobello sauber…
…ehrlich – dafür das er starke Defizite hat, ist er dermaßen fleißig und eine vollkommen Frohnatur.

Gorman und Ihr Mann.

Ich (Micha) mochte ihn direkt, und er folgte mir neugierig auf meiner fotografischen Erkundung auf dem Gelände.

Gorman ist taub und dadurch bedingt auch stumm. Die Frau mittleren Alters hat in Ihrem Leben bisher keine Gebärdensprache gelernt und kommuniziert mit Ihrem Mann nur in Grunzlauten.

Ein erstaunliches System, denn die beiden verstehen sich blendend, nur alle anderen verstehen nix…
…etwas, was den beiden aber im übrigen Alltag eher im Wege steht. So machte sich DonRiley es sich zur Aufgabe, der Frau einen besseren Job zu geben, und Ihr und Ihrem Mann die Gebärdensprache zu vermitteln.

Nun leben beide auf dem Gelände, sorgen hier, auch Dank unseres Sponsors für Ordnung, und Hygiene. Ein kleines Stück Hilfe von uns – und ein riesiges Plus für diese beiden liebenswerten Menschen.

Nun im Herbst 2021 besuchte Stephan erneut die Einrichtung und musste erschreckend feststellen, dass unsere kleine Waschmaschine schwer beschädigt war…

Stephan wird von Susan (eine Voluntärin aus Neuseeland) herum geführt.

…und dabei dachten wir, diese Konstruktion sei unverwüstlich, doch das war ein Trugschluss.

Nun musste die arme Gorman wieder die Wäsche in den vielen Eimern von Hand mühselig sauber bekommen.

Die vielen Eimer haben übrigens einen logistischen Zweck, um die Wäsche aus den vielen verschiedenen Häusern sortiert und getrennt zu lassen.

Der Schaden an der Waschmaschine, sollte sich aber schnell  beheben lassen. Michael hatte da eine gute Idee und „AB“ unser Fahrer kannte auch jemanden, der ein gutes Schweißgerät und handwerkliches Geschick besitzt…
Also Ende Gut, alles Gut – wie man so erzählt…

Allen Spendern, und der Firma OrthoTec, insbesondere Frank Lutsch gilt hier einen besonderen Dank, diese kleine Erfolgsgeschichte möglich gemacht zu haben…

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